KATJA STRUNZ Bilder & Skulpturen

 

Contemporary Fine Arts freut sich, zum Gallery Weekend 2017 neue Bilder und Skulpturen von
KATJA STRUNZ
zu präsentieren.

Der Fall und die Faltung sind in Katja Strunz´ Arbeit die zentralen dreidimensionalen Formstrukturen. Das Thema der Expansion und Kontraktion von Raum, das sich wie ein roter Faden durch ihr Werk zieht, wird in ihrer nunmehr vierten Einzelausstellung bei Contemporary Fine Arts weitergeführt.

Die Beziehung von Raum und Zeit manifestiert sich in ihren skulpturalen Faltungen dreidimensional. In den neueren „Pulp Paintings“, die aus recycelten und gemahlenen Stoffen und Kleidern hergestellt werden (die von Menschen getragen wurden und so eine Vergangenheit haben), verdichten sich nunmehr Raum, Zeit und Geschichte.

Orte, an denen sich historische gesellschaftliche Prozesse und Umbrüche als Trauma eingeschrieben haben, tauchen in Katja Strunz´ Arbeit immer wieder auf. So wird ihr künstlerischer Blick in dieser Ausstellung auch die Geschichte des alten und neuen Schlosses streifen, das sich in unmittelbarer Nähe unserer Galerieräume am Kupfergraben befindet, in denen die Künstlerin die nunmehr letzte Präsentation ausrichtet. Katja Strunz hat dafür bildnerische Recherchen in der Schlossbauhütte angestellt.

In diesem Zuge entstand das Werk „Hollow Face Illusion“, was u.a. aus einem Foto der Abgussform einer Gottheit aus der Schlossbauhütte besteht. Der Betrachter schaut hier in eine Negativform, welche – das ist bekannt aus dem von Freud analysierten Phänomen der Hohlmaske – unser Gehirn automatisch zum dreidimensionalen konvexen Gesicht ergänzt.

Auch in dieser Arbeit also, die in der Reihe der „Pulp Paintings“ vermeintlich kontrapunktisch gesetzt ist, wird das Prinzip zum Antrieb, das sie auch in ihren Skulpturen, Installationen und den neueren „Pulp Paintings“ verfolgt, nämlich die Wechselwirkung zwischen Form und Leere, die Wechselbeziehung einer Form mit dem sie umgebenden Raum auszuloten.

Strunz´ künstlerisches Leitmotiv, das Anhalten einer Bewegung im Raum, spiegelt sich in einer neuen, überraschenden Skulptur aus Autoteilen wieder. Zeit existiert nur, sagt die Künstlerin, in Anlehnung an ein Zitat von Archibald Wheeler, damit nicht alles gleichzeitig passiert.

Katja Strunz (geboren 1970) lebt und arbeitet in Berlin. Die Künstlerin hat institutionelle Einzelausstellungen u.a. in der Berlinischen Galerie, im Saarlandmuseum Saarbrücken, dem Camden Art Centre in London und dem Museum Haus Esters in Krefeld bestritten sowie an Gruppenausstellungen u.a. im Centre Pompidou, im Migros Museum in Zürich, dem ZKM in Karlsruhe und dem MUMOK in Wien teilgenommen. Dies ist ihre vierte Einzelausstellung mit Contemporary Fine Arts.

Wir danken der Schlossbauhütte Berlin.



Contemporary Fine Arts
is pleased to present new works by Katja Strunz for Gallery Weekend 2017.

Falling and folding are the central three-dimensional formal structures in Katja Strunz’s work. The theme of expansion and contraction of space, a common thread throughout her work, is explored further in her fourth solo exhibition at Contemporary Fine Arts. 
The relationship between space and time manifests three-dimensionally in her sculptural folds. In the new “Pulp Paintings,” made from recycled and ground fabric and clothing (secondhand, each piece with a past) space, time, and history are condensed. 

Places in which historical social processes and upheaval have been inscribed are referenced repeatedly in Katja Strunz’s work. For this exhibition, Strunz turns her attention to the history of the Berlin palace, both the former building and its current resurrection, located in the immediate vicinity of our gallery am Kupfergraben, in which Strunz presents the last exhibition. In preparation, Strunz conducted visual research in the palace’s restoration workshop.

Through this research process the artist created the work “Hollow Face Illusion,” using a photograph of the cast of a deity in the workshop. What the viewer sees here is a negative form, familiar from Freud’s analytical phenomenon of the hollow-face, which our brain automatically understands as a three-dimensional convex face.

At first glance, this work appears to be a contradiction to the series of “Pulp Paintings.” The principle of impulse present in her sculptures, installations and newer “Pulp Paintings,” however, is in fact also found here. In particular, the artist explores the interaction of form and emptiness, the correlation between form and its surrounding space.

Strunz’s artistic leitmotif, the pausing of movement in space, manifests again in a new, surprising sculpture made from car parts. According to the artist, after a quote from Archibald Wheeler, time exists only so that everything doesn’t happen at the same time.

Katja Strunz (born 1970) lives and works in Berlin. She has had institutional solo exhibitions in the Berlinische Galerie, the Saarlandmuseum Saarbrücken, Camden Art Centre in London, and the Museum Haus Esters in Krefeld, among others, and has been included in group exhibitions in the Centre Pompidou, the Migros Museum in Zürich, the ZKM in Karlsruhe, and MUMOK in Wien, and others. This is her fourth solo exhibition with Contemporary Fine Arts.

We would like to thank the Schlossbauhütte Berlin.